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März 2019 – Goma, DR Kongo. Am 1. August 2018 wurde in der Demokratischen Republik Kongo der erste Ebola-Fall gemeldet – mittlerweile ist der tausendste Fall verzeichnet. Es handelt sich um den zweitschwersten Ebola-Ausbruch überhaupt – gleich nach dem Ausbruch 2014 in Westafrika, der 11 000 Menschen das Leben kostete.

«Die Epidemie begann in Nord-Kivu und hat sich auf die Provinz Ituri ausgeweitet. Bisher wurden 1000 Fälle gemeldet. Dieses Ausmass bedeutet der schwerste Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Landes», so Thomas Simon, Landesdirektor bei Medair. Die internationale Hilfsorganisation ist seit 22 Jahren in der DR Kongo aktiv. «Wenn die Verbreitung der Krankheit nicht bald eingedämmt wird, könnte das den Zusammenbruch des ohnehin schon sehr fragilen Gesundheitssystems bedeuten.»

Seit sieben Monaten führen das lokale Gesundheitsministerium, verschiedene NGOs und Gesundheitspartner Impfkampagnen durch, um der Epidemie ein Ende zu setzen. Behindert werden die Bemühungen jedoch durch Gewalt und Konflikte, Massenvertreibungen, Fehlinformation der Bevölkerung und Angst. «Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Die Symptome ähneln denen von Malaria oder Cholera, weshalb sich Infizierte anfänglich oftmals keine Sorgen machen – bis es zu spät ist. Viele Menschen glauben zudem, dass wenn sie in ein Ebola-Behandlungszentrum eingeliefert werden, sie dort nie wieder herauskommen. Dabei besteht ausschliesslich in den Zentren die Möglichkeit, Ebola zu behandeln und bestenfalls zu heilen. Die Überlebensraten sind glücklicherweise besser als beim Ausbruch in Westafrika. Dies aufgrund von neuen Medikamenten – aber Infizierte müssen frühzeitig reagieren und sich umgehend behandeln lassen, damit die Behandlung Wirkung zeigt», so Thomas weiter.

Sämtliche Menschen, die mit Infizierten Kontakt hatten, müssen zudem auf Symptome überwacht werden. Im Schnitt sind das 100 Personen. Indem Medair die Aktivitäten zur Ebola-Prävention zusammen mit lokalen Behörden und den Einsatzteams durchführt, stellt die Hilfsorganisation sicher, dass ein Dialog zustande kommt und die Botschaften bezüglich Vorsorge, Impfung und richtigem Händewaschen klar und kulturell angepasst kommuniziert und von der Bevölkerung akzeptiert werden.

Geografisch gesehen befinden sich die Krisenherde in den Gesundheitszonen Butembo und Katwa in der Provinz Nord-Kivu. Medair reagiert in verschiedenen Regionen auf den Ausbruch – auch im Transitzentrum Oicha, wo der humanitäre Zugang nach wie vor erschwert ist. «Unsere Teams setzen sich mit allen Mitteln dafür ein, die Epidemie einzudämmen. Wir versorgen Spitäler und die örtlichen Gemeinschaften mit Trinkwasser und schaffen Zugang zu sanitären Anlagen. Auch die Förderung gesunden Hygieneverhaltens ist essenziell, um einer weiteren Verbreitung der Epidemie vorzubeugen», so WASH-Berater (Wasser, sanitäre Anlagen und Hygiene) von Medair, James Ray.


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Medair ist eine international tätige humanitäre Schweizer Hilfsorganisation. Unser Auftrag ist es, menschliches Leid in einigen der entlegensten und am stärksten verwüsteten Gebiete weltweit zu lindern. Wir versorgen Menschen während Krisen mit Nothilfe und unterstützen sie beim Wiederaufbau – ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Nationalität. Die Aktivitäten von Medair in der DR Kongo werden von der US-Behörde für internationale Entwicklung, der Generaldirektion für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Union, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen sowie grosszügigen Spenderinnen und Spendern unterstützt.

Die Inhalte dieses Artikels stammen von Medair-Mitarbeitenden in den Einsatzgebieten sowie am internationalen Hauptsitz. Die in diesem Artikel geäusserten Meinungen entsprechen ausschliesslich den Ansichten von Medair und nicht zwingend auch dem offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen.