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Juba, Südsudan, 16. Dezember 2019. Die Auswirkungen der katastrophalen Überschwemmungen in Südsudans Nordosten werden voraussichtlich noch monatelang spürbar sein: Ernten und Viehherden wurden vernichtet, Lebensgrundlagen zerstört, die meisten Märkte sind leer. Auch der Gesundheitsbereich wurde stark in Mitleidenschaft gezogen: Wasserquellen sind kontaminiert, Gesundheits- und Ernährungseinrichtungen geschlossen, da sie von humanitären Organisationen nicht mehr erreicht und bedient werden können. Gemäss dem Welternährungsprogramm (WFP) waren die Prognosen zur Ernährungssicherheit noch nie so prekär wie zum jetzigen Zeitpunkt.*

Medair, eine im Südsudan tätige humanitäre Schweizer Hilfsorganisation, verteilt Notunterkünfte, grundlegende Haushaltsartikel und Hilfsgüter zur Dekontaminierung und zur sicheren Aufbewahrung von sauberem Wasser. Während der Wasserstand langsam zu sinken beginnt, können Medair-Mitarbeitende mit den Hilfsgütern vermehrt betroffene Ortschaften erreichen.

«Die Leute erzählen uns, dass sie an Überschwemmungen gewöhnt sind, aber dass diese Flut alles übertrifft, was sie in ihrem Leben bisher erlebt haben», erklärt Evans Mariita, WASH-Verantwortliche beim Emergency Response Team (ERT) von Medair, welcher soeben von einer Bedarfsanalyse im Upper Nile Gebiet von Jekow zurückgekehrt ist. «Sie kennen Zeiten, in denen ihnen die Wassermassen etwa drei Tage lang bis zu den Knien reichten. Bei der aktuellen Überschwemmung erreichten sie jedoch Brusthöhe und blieben 21 Tage oder gar länger.»

In Pathai, im ehemaligen Bundesstaat Jonglei, führt Medair Hilfseinsätze durch. «Die Leute in Pathai erzählten uns, dass sie fünf Frauen verloren haben, weil sie keine Hilfe für die Geburt holen konnten. Sie berichten ausserdem von vielen Fehlgeburten», erzählt Kiden Annet Miju, ERT-Schutzbeauftragter von Medair. «Frauen bewegen sich durch verseuchtes Wasser, in welchem täglich Tiere verenden und Kadaver zurückgelassen werden. Ich habe keine einzige Latrine gesehen. Alles ist unter Wasser.»

Beinahe eine Million Menschen sind von den ungewöhnlich starken Regenfällen und Überschwemmungen im Südsudan betroffen**. Bereits am 27. Oktober 2019 hat die Regierung des Südsudans den Notstand ausgerufen, die Regenfälle dauerten jedoch bis Anfang Dezember an. Betroffen sind Gebiete, die bereits unter starkem Hunger, Ernährungsunsicherheit und akuter Unterernährung bei Kindern leiden. Überschwemmungen und stehendes Wasser setzen die Bevölkerung Malaria und wasserübertragenen Krankheiten aus. In einem gewöhnlichen Jahr sind Haushalte zwischen März und August von Nahrungsmittelknappheit betroffen. Prognosen deuten darauf hin, dass die nächste «Hungerperiode» aufgrund der Überschwemmungen und dem Verlust von Ernten und Tieren nun bereits im Januar beginnen wird.

* South Sudan famine threat: UN News 12 December 2019

** South Sudan: Floods Emergency Response Strategy, OCHA 14 November 2019


Kontakt für Medien und Journalisten

Medienanfragen richten Sie bitte an:

Im Südsudan: Sue O’Connor, Communications Officer (Englisch)
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In der Schweiz: Paola Barioli, Press Officer (Englisch, Italienisch, Französisch)
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Iris Fontana (Deutsch)
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Medair ist eine international tätige humanitäre Schweizer Hilfsorganisation. Unser Auftrag ist es, menschliches Leid in einigen der entlegensten, besonders stark verwüsteten Gebiete weltweit zu lindern. Wir versorgen Menschen während Krisen mit Nothilfe und unterstützen sie beim Wiederaufbau – ungeachtet ihrer ethnischen Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer Nationalität. Im Südsudan engagiert sich Medair im Bereich Gesundheit und Ernährung, mit Wasser-, Sanitär- und Hygieneprojekten sowie der Verteilung von Notunterkünften und grundlegenden Haushaltsartikeln.

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Das Notfallteam von Medair im Südsudan wird von der Europäischen Kommission, der britischen Regierung und privaten Spenderinnen und Spendern unterstützt. Fotos von der Arbeit von Medair im Südsudan sind in hoher Auflösung verfügbar. Kontaktieren Sie Sue O’Connor: comms-sds@medair.org

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Die Inhalte dieses Artikels stammen von Medair-Mitarbeitenden in den Einsatzgebieten sowie am internationalen Hauptsitz. Die in diesem Artikel geäusserten Meinungen entsprechen ausschliesslich den Ansichten von Medair und nicht zwingend auch dem offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen.