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Inmitten der zweitgrössten humanitären Krise weltweit reagiert Medair in der DR Kongo derzeit auf eine der gravierendsten Ebola-Epidemien aller Zeiten [1]

Seit 1. Dezember 2019 gab es bereits:

118
mögliche Fälle

3 195
bestätigte Erkrankungen

2 204
Todesfälle

1 082
Menschen haben die Krankheit überlebt

Das Ebola-Virus brach nördlich von Beni aus

Medair beteiligt sich mit folgenden Massnahmen intensiv an der Bekämpfung der Epidemie:

  • Wir verhindern eine weitere Ausbreitung von Ebola mithilfe von Infektionsprävention und
    Kontrollen (inkl. WASH) in Spitälern und Gemeinschaften.
  • Wir ermöglichen betroffenen Menschen die Teilnahme an Präventionsaktivitäten und
    schaffen Behandlungsmöglichkeiten. Zudem fördern wir, in Zusammenarbeit mit den
    Gemeinschaften, bei Betroffenen das Bewusstsein, sich frühzeitig Hilfe zu holen.
  • Wir stellen sicher, dass Ebola-Verdachtsfälle rechtzeitig behandelt werden und führen
    sichere Diagnose-Tests sowie Behandlungen in Transitzentren durch.

Allen Massnahmen von Medair liegt ein respektvoller Umgang mit den betroffenen
Gemeinschaften zugrunde. Der Ansatz, gemeinsam Lösungen zu finden, ist eine wichtige
Voraussetzung für den Erfolg unserer Aktivitäten.

Aus diesem Grund tauscht sich Medair auch regelmässig mit lokalen Verantwortlichen und
Schlüsselpersonen über benötigte Präventions- und Hilfsmassnahmen aus. Freiwillige Gesundheitsmitarbeitende gehen zudem von Tür zu Tür, um ihre Nachbarn über die Krankheit und
die Behandlungsmöglichkeiten aufzuklären.

Gemeinsames Engagement gegen Ebola im Fussballverein in Tulizani, Provinz Ituri

Werden aus einer Region Ebola-Verdachtsfälle gemeldet, wird Medair aktiv und unterstützt die
Gesundheitseinrichtungen der Region intensiv: Weitere Infektionen sollen so verhindert und die
Ansteckungswege kontrolliert werden. Spezifisch ausgebildete lokale Fachkräfte untersuchen
Patienten auf Ebola, stellen Verdachtsfälle unter Quarantäne und überweisen sie bei Bedarf an
spezialisierte Gesundheitseinrichtungen. Jeder, der im Spital ein und aus geht, wird gescreent –
auch stationäre Patienten. Sind genügend finazielle Mittel vorhanden, führt Medair zudem
umfassende WASH-Massnahmen durch, stellt hygienische Latrinen und Duschen bereit und schafft
Zugang zu sauberem Wasser. Auch ein sicher funktionierendes Abfallsystem ist zentral. So können
unsere Teams die Massnahmen zur Infektionsprävention und -bekämpfung effizient umsetzen.

Durch ein gutes, sicheres Abfallmanagement in Spitälern kann die Ausbreitung des Virus
wirkungsvoll eingedämmt werden

Medair unterstützt nicht nur Gesundheitseinrichtungen mit WASH-Leistungen, sondern auch
Schulen und Gemeinschaften, die von der Ebola-Epidemie direkt betroffen oder bedroht sind.
Medair betreibt keine Ebola-Behandlungszentren sondern Transitzentren in betroffenen Regionen.
In diesen Transitzentren erhalten Patienten mit Verdacht auf Ebola eine grundlegende
medizinische Versorgung, während Blutproben zur Untersuchung ans nächste Labor geschickt
werden. Bei positivem Testergebnis wird der oder die Ebola-Infizierte umgehend in das
nächstgelegene Behandlungszentrum überwiesen. In den Transitzentren arbeiten lokale MedairMitarbeitende, was eine reibungslose Kommunikation mit der einheimischen Bevölkerung und
eine schnelle Reaktion bei Behandlungen sicherstellt.

Bauarbeiten in vollem Gange: Bald ist das Ebola-Transitzentrum in Kahamba betriebsfähig.

Kampf gegen Ebola im Osten der DR Kongo – Zahlen und Fakten der ersten 12 Monate:

  • Enger Austausch mit Gemeinschaften in 67 Gesundheitszonen. Weitergabe von Informationen
    zu effektiven Präventionsmassnahmen, der Identifizierung von Ebola-Patienten sowie der
    Überweisung von Verdachtsfällen.
  • Unterstützung von mehr als 100 Gesundheitseinrichtungen mit dem Ziel, weiterhin sichere
    Leistungen und Behandlungen durchführen zu können.
  •  Schulung von 1897 Gesundheitsmitarbeitenden im Bereich der Infektionsprävention und –
    bekämpfung.
  • Diagnose und Behandlung von 683 Menschen mit Ebola-Verdacht im Transitzentrum.
    Überweisung von Patienten mit positivem Testergebnis.

Die Ebola-Epidemie wird in den Medien umfassend thematisiert und die Bekämpfung
entsprechend finanziert – ganz im Gegensatz zu anderen, ebenso verheerenden Krisen in der DR
Kongo:

  • Rund 4,5 Millionen Menschen sind intern vertrieben.[2]
  • Zwischen 2010 und 2017 starben mehr als 150 000 Menschen an Malaria.[3]
  • Zwischen dem 1. Januar und dem 14. September 2019 wurden rund 187 000 MasernFälle gemeldet. 3700 Betroffene erlagen der Krankheit.[4]

Diese schweren Krisen verdeutlichen, wie wichtig es ist, Gesundheitseinrichtungen zu
unterstützen, damit diese wie gewohnt medizinische Erstversorgung leisten können. Es muss
sichergestellt werden, dass Menschen auch während Epidemien Zugang zu einer medizinischen
Grundversorgung haben und sie nicht an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria sterben, dass
Kinder flächendeckend geimpft werden und Mütter ihre Babys in einer geschützten Umgebung
unter professioneller Betreuung auf die Welt bringen können.

Die Nothilfe-Aktivitäten von Medair in der DR Kongo werden von der US-Behörde für
Internationale Entwicklung (USAID), dem Europäischen Amt für humanitäre Hilfe
und Katastrophenschutz (ECHO), der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit
(DEZA), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Entwicklungsprogramm der
Vereinten Nationen (UNDP) sowie grosszügigen Spenderinnen und Spendern ermöglicht.


[1] Gemäss dem UN Amt zur Koordinierung der humanitären Hilfe (OCHA) liegt die DR Kongo auf dem zweiten Platz in Bezug auf die Anzahl Menschen, die dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen sind (12.8 Mio. in 2019), nach dem Jemen (24.1 Mio. in 2019).

[2] Gemäss dem UN Amt zur Koordinierung der humanitären Hilfe (OCHA): https://www.unocha.org/drc

[3] Gemäss dem Malaria-Report 2018 der WHO: https://www.who.int/malaria/publications/world-malaria-report2018/report/en/

[4] Gemäss einer Präsentation der WHO vom 25. September 2019: Situation de la Réponse a l’épidémie de la
Rougeole en RDC

Neuestes Update:

Was kann ich tun, um zu helfen?

Für Ihre Unterstützung sind wir Ihnen sehr dankbar. Sie können auf verschiedene Arten aktiv werden:

  • Eine Spende ausrichten: Ihr Beitrag wird im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der DR Kongro und für zukünftige Nothilfeeinsätze von Medair eingesetzt.
  • Das eigene Umfeld für die Krise sensibilisieren: Sprechen Sie mit Ihrer Familie, Freunden oder Bekannten darüber.
  • Beten: unterstützen Sie uns im Gebet für die betroffene Bevölkerung und die Organisationen vor Ort.

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