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NOTHILFE: Mosambik  Medair entsendet Nothilfeteam
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Erneut wurde die Hilfsorganisation Medair für ihre humanitäre Arbeit ausgezeichnet: Die von einer unabhängigen Stelle vergebene Zertifizierung CHS bescheinigt, dass die NGO von Krisen betroffenen Männern, Frauen und Kindern mit Respekt und Würde begegnet. Hilfeempfängerinnen und Hilfeempfänger werden eng in die Planung und Durchführung der Projekte einbezogen und in Feedbackrunden nach der Art und Qualität der Zusammenarbeit befragt.

Medair freut sich sehr über den Erhalt des Core-Humanitarian-Standard-Zertifikats (CHS), welches die menschenwürdige Haltung sowie die verantwortungsvollen, qualitativ hochwertigen Leistungen der Organisation bestätigen.

Umfassende, langanhaltende Krisen sind leider mittlerweile die neue Normalität. Ihre Folgen für die betroffenen Gemeinschaften und Infrastrukturen sind verheerend und nicht selten dauert die Erholung von diesen Krisen mehrere Generationen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe steigt stark an und als Folge davon wächst der Druck auf humanitäre Akteure, ihre immer anspruchsvollere Arbeit mit erhöhter Transparenz, Effizienz und Qualität durchzuführen.

Medair verfügt über 30 Jahre Erfahrung in hochkomplexen Krisenregionen in Afrika, Asien und dem Nahen Osten. Das Schweizer Hilfswerk ist führend bei der Implementierung innovativer Technologien im humanitären Kontext. Im Libanon leistet Medair mit der Kartierung von syrischen Flüchtlingssiedlungen und Datenmanagement Pionierarbeit. Der entwickelte Ansatz wird heute vom Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) standardmässig eingesetzt.

Über die Zertifizierung sagt Raffaella Infanti, Medair-Beraterin für den Bereich Accountability: «Der Core Humanitarian Standard ist eine wichtige Richtschnur für Hilfsorganisationen, die auf Best Practice setzen und die Qualität und Verantwortlichkeit ihrer Projekte gezielt überprüfen möchten. Der CHS-Ansatz rückt von Krisen betroffene Menschen ins Zentrum der humanitären Hilfe. Sie werden vollständig in die Projekte, Entscheidungsprozesse und Qualitätssicherung eingebunden. Der Standard widerspiegelt das Ziel und die Fähigkeiten von Medair, prinzipientreu und Hand in Hand mit den betroffenen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten. Die Hilfe erfolgt von Mensch zu Mensch, aus der tiefen Überzeugung heraus, dass jedes Leben zählt.»

Der CHS beinhaltet neun Kriterien, zu denen sich Akteure aus der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit verpflichten müssen und anhand derer die Qualität und Wirksamkeit ihrer Hilfsprojekte gemessen und gesteigert werden können. Dazu gehören beispielsweise die Zweckmässigkeit eines Nothilfeeinsatzes, die Einbindung lokaler Kapazitäten, der Umgang mit Beschwerden sowie ein nachhaltiger Ressourceneinsatz.

Während des Beantragungsprozesses prüften Auditoren von HQAI, ob die CHS-Kriterien am internationalen Hauptsitz und in den Länderprogrammen konsequent eingehalten werden. Im Rahmen des Audits wurden Dokumente und Praxisberichte geprüft sowie Mitarbeitende, Hilfeempfänger sowie weitere lokale Stakeholder eingehend befragt. Der detaillierte Auditbericht liegt bereits vor. Er wird der Organisation helfen, weitere Verbesserungen vorzunehmen. Medair ist stolz auf das Zertifikat – aber auch der Weg dorthin war wertvoll für die Organisation: Der Zertifizierungsprozess war eine Chance, die eigenen Aktivitäten und Prozesse zu reflektieren und noch spezifischer auf die Hilfeempfänger abzustimmen.

Zurzeit reagiert Medair auf die humanitäre Krise in der DR Kongo. Der CHS-Ansatz findet in den kongolesischen Dörfern, mit denen Medair eng zusammenarbeitet, besonders grossen Anklang. Nachdem Medair lokale Autoritäten in der Provinz Nord-Kivu mit dem Feedback- und Beschwerdesystem vertraut machte, sagten sie: «Wir schätzen das sehr. Zum ersten Mal nimmt sich eine Hilfsorganisation die Zeit, mit uns über solche Dinge zu sprechen.»

In Mosambik unterstützt Medair Gemeinschaften, die unter den Folgen von Zyklon Idai und den damit verbundenen Überschwemmungen leiden. Als Medair im Dorf Haruma Notunterkünfte und Cholera-Präventionskits verteilte, freute sich die Hilfeempfängerin Maria Anita: «Gestern beobachtete ich euch. Ihr habt mit Leuten aus unserem Dorf gesprochen. Aber ich war mir sicher, ihr kommt nicht wieder. Als ihr dann heute Morgen mit der Verteilung der Hilfsgüter angefangen habt, traute ich meinen Augen kaum. Ich war so glücklich, dass mir die Tränen kamen.»

Gerne möchten wir uns bei all jenen bedanken, die am Zertifizierungsprozess beteiligt waren. Unsere besondere Wertschätzung gilt den Mitarbeitenden und Auditoren von HQAI, die uns höchst professionell begleitet haben.