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März 2019, Juba, Südsudan: Nachdem das südsudanesische Gesundheitsministerium einen Masernausbruch im Bezirk Gogrial West ausrief, wurden per Flugzeug 75 000 Impfstoffampullen in das rund 400 000 Menschen umfassende Gebiet transportiert. Die humanitäre Schweizer Hilfsorganisation Medair entsandte umgehend ein Nothilfeteam in die betroffene Region. Bislang ist von 98 Verdachtsfällen und einem Todesfall die Rede. Ziel von Medair ist es, Kinder unter fünf Jahren flächendeckend gegen die Infektionskrankheit zu impfen. Die Impfkampagne ist im Zeitraum zwischen dem 7. und dem 17. März 2019 geplant.

Die hohen Unterernährungsraten (Global Acute Malnutrition) bei Kindern im Bezirk Gogrial West[1] erhöhen die Dringlichkeit einer Reaktion auf den Masernausbruch zusätzlich: «Die Menschen in dieser Region sind ausgesprochen gefährdet», erklärt Jennifer Turner, medizinische Leiterin im Medair-Nothilfeteam. «Unterernährte Kinder haben ein erhöhtes Risiko, sich mit Masern anzustecken. Auch die Komplikationen fallen bei ihnen oft schwerwiegender aus. Die Ernährungslage in Gogrial West ist prekär – sie hat Krisenniveau erreicht.»[2]

Damit möglichst viele Kinder geimpft werden können, schult Medair über 800 einheimische Gesundheitsmitarbeitende aus und schickt sie danach in Achterteams mit entsprechenden Mengen an Impfstoffen in die betroffenen Dörfer. Während zehn Tagen führen sie dort ununterbrochen Impfungen durch. Damit dies möglich ist, muss eine kontinuierliche Kühlkette gewährleistet sein, auch bei Temperaturen von tagsüber rund 40 Grad. Dazu wird während des Transports, der Lagerung und der Verteilung der Impfstoff mithilfe von Stromgeneratoren oder – wenn möglich – in solarbetriebenen Gefrierschränken gekühlt. Sämtliches Material muss von Juba in die betroffenen Gebiete eingeflogen werden.

Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit. Übertragen wird sie hauptsächlich durch Husten und Niesen. Symptome sind Fieber, eine laufende Nase, gerötete Augen sowie Ausschlag. Bei Komplikationen kann es zu Lungenentzündung, Durchfällen und Enzephalitis (Gehirnentzündung) kommen. Masern ist die weltweit häufigste durch Impfung vermeidbare Todesursache bei Kleinkindern.[3]

Medairs Nothilfeteam im Südsudan hat schon jahrelange Erfahrung in der Reaktion auf Notfälle im Gesundheitsbereich. 2018 leistete das Team 23 Nothilfeeinsätze im Bereich Gesundheit, Ernährung, Wasser und sanitäre Anlagen und verteilte dringend benötigte Gebrauchsgüter in betroffenen Gemeinschaften.


 Bitte kontaktieren Sie:

Im Südsudan:
Sue O’Connor, Kommunikationsmitarbeiterin (Englisch)
comms-sds@medair.org
+211 (0)92 747 5150

In der Schweiz:
Paola Barioli, Mitarbeiterin Presseabteilung (Englisch, Französisch, Italienisch)
paola.barioli@medair.org
+41 (0) 78 635 30 95

 

Das Programm von Medair im Südsudan wird unterstützt von der Europäischen Union, der US-Behörde für internationale Entwicklung, dem Common Humanitarian Fund, der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), UK aid der britischen Regierung sowie privaten Spenderinnen und Spendern.

Fotos von Medair aus den Einsatzgebieten im Südsudan stehen in hochauflösender Qualität zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich per E-Mail an Sue O’Connor: comms-sds@medair.org. Für weitere Informationen zu unserem Südsudanprojekt, klicken Sie hier.

Die Inhalte dieses Artikels stammen von Mitarbeitenden von Medair in den Einsatzgebieten sowie am internationalen Hauptsitz. Die geäusserten Meinungen entsprechen ausschliesslich jenen von Medair und damit nicht unbedingt dem offiziellen Standpunkt anderer Hilfsorganisationen.

[1] South Sudan: Gogrial West, Twic and Mayom Counties: Food Security and Livelihood Profile (October 2018)

[2] Integrated Food Security Phase Classification, January-July 2019

[3] United States Centres for Disease Control and Prevention, 16/02/2018