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n der Rohingya-Krise ist die internationale Hilfsorganisation Medair in Bangladesch im Einsatz. Dort verteilen die Einsatzhelfer Notunterkünfte und Hygienesets an besonders bedürftige Flüchtlinge.  

Lausanne, Schweiz – 15. November 2017

Vor nahezu drei Monaten flammte der Konflikt im Norden von Rakhine State in Myanmar wieder auf. Ununterbrochen fliehen ganze Gemeinschaften der Rohingya vor der Gewalt. Seit dem 25. August 2017 strömten insgesamt 618 000 Rohingya in das benachbarte Bangladesch.

Medair arbeitet seit September vor Ort im Bezirk Cox’s Bazar und hat zahlreiche Bedarfsanalysen durchgeführt. Wo sind die Bedürfnisse am dringendsten? Wie können sie am besten gedeckt werden? Unweit des Auffanglagers Kutupalong fand die Hilfsorganisation die wachsende informelle Siedlung Thaingkhali. Diese Region hat bisher kaum Hilfe erhalten. Vor Ausbruch der jüngsten Krise zählte Thaingkhali lediglich 100 Angehörige der Rohingya. Aktuell leben dort rund 29 000.

Nach wie vor benötigen die Geflüchteten dringend Nahrungsmittel, Unterkünfte, Wasser, sanitäre Anlagen und Hygieneartikel. Die Lebensbedingungen in den überfüllten Siedlungen sind miserabel. Der Mangel an sanitären Anlagen und sauberem Trinkwasser fördert den Ausbruch von Krankheiten und Epidemien. In Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation World Concern Bangladesh verteilt Medair Notunterkünfte sowie Hygienesets an die bedürftigsten Neuankömmlinge. Die meisten besitzen nur noch die Kleidung, die sie auf ihrer Flucht aus Myanmar trugfen.

„Der Grossteil der Menschen, wenn nicht sogar alle, denen wir hier begegnen, kommt mit leeren Händen an. Um der Gewalt und dem drohenden Tod zu entfliehen, verlassen sie ihre Dörfer panikartig. Sie verstecken sich im Dschungel und überqueren erst später den Fluss und die Grenze nach Bangladesch. Jeden Tag kommen Hunderte Flüchtlinge hinzu. Viele Organisationen warten noch auf grünes Licht von der Regierung, während der Bedarf ins Unermessliche steigt“, sagt Alex Fergusson. Er leitet das Medair-Nothilfeteam in Cox’s Bazar. Das Team ist beeindruckt von dem Durchhaltevermögen und Mut der geflüchteten Rohingya – haben doch etliche schwerste Traumata erlitten. Die Menschen leben unter den prekärsten Umständen. „Was diese Familien im vergangenen Monat durchgemacht haben müssen, ist kaum vorstellbar. Ihre Geschichten sind erschütternd. Sie packen mit an und haben für uns immer ein Lächeln auf den Lippen.“

In Zusammenarbeit mit World Concern Bangladesh unterstützt Medair rund 22 500 Flüchtlinge mit 4500 Sets für vorübergehende Schutzunterkünfte (Planen und Seile) und 4500 Hygienesets. Diese enthalten Eimer, Seife, Waschmittel und Hygieneartikel für Frauen. Bisher haben die Notfallteams 3902 Sets an Hilfsbedürftige abgegeben. Die restlichen 5098 sollen in den kommenden zwei Wochen verteilt werden.

Am Dienstag hat die Stiftung Glückskette Medair 200 000 CHF für den Rohingya-Einsatz zugesagt – eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen privaten Spenden.

Medair ist eine internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in der Schweiz. Wir helfen Not leidenden Menschen in entlegenen und zerstörten Regionen weltweit, Krisen zu überleben und sich in Würde davon zu erholen – ungeachtet ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer Nationalität. 

Bildlegende: Eine Rohingya-Mutter und ihr Kind sammeln Regenwasser vor ihrem provisorischen Zelt in der Flüchtlingssiedlung in Cox’s Bazar.  © MedairNath Fauveau

 


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